Curaviva Kanton Zürich - News - Aktualisierte Anordnungen und Empfehlungen an die Zürcher Alters- und Pflegeheime
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26.03.2020

Aktualisierte Anordnungen und Empfehlungen an die Zürcher Alters- und Pflegeheime

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie hat die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die Anordnungen vom 20.03.2020 aktualisiert.

Die ergänzten Anordnungen und Empfehlungen vom 26.03.2020 (Ergänzungen rot eingefärbt) inkl. den neuen Beilagen finden Sie unten zum Download oder auf unserer spezifischen Coronavirus-Webseite.

Kommentar der Gesundheitsdirektion zur Aktualisierung:

Die Anordnungen und Empfehlungen wurden in drei Punkten ergänzt:

  1. Die Heime werden verpflichtet, vor einer Verlegung einer Heimbewohnerin oder eines Heimbewohners mit Verdacht auf oder bestätigter COVID-19-Erkrankung in ein Akutspital mit der Notfall-Aufnahme des Spitals Kontakt aufzunehmen und dabei zu klären, ob die Verlegung  mit Blick auf die Ressourcen des Spitals möglich und mit Blick auf die Erfolgsaussichten der Behandlung zweckmässig ist.
  2. Den Heimen wird empfohlen, den (mutmasslichen) Willen der Heimbewohnerinnen und -bewohner zur Frage der Verlegung in ein Akutspital und die dort zu wählende Behandlungsart (Intensivpflegestation ja/nein) in Erfahrung zu bringen für den Fall, dass eine Bewohnerin oder ein Bewohner aus medizinischer Sicht in ein Akutspital verlegt werden sollte.
    Anlass für diese Empfehlung gab die Rückmeldung von Akutspitälern, wonach ihnen erkrankte Heimbewohnerinnen und -bewohner überwiesen worden seien, bei denen der Umfang der von der Patientin oder vom Patienten gewünschten medizinischen Intervention nicht klar sei, weshalb dann die Akutspitäler diese Abklärungen hätten durchführen müssen. Mit Blick auf die zu erwartende grosse Belastung der Akutspitäler ist es aus einer Gesamtsicht sinnvoller, wenn bereits im Alters- und Pflegeheim festgestellt wird, ob eine Heimbewohnerin oder ein Heimbewohner im Fall einer vermuteten oder bestätigten COVID-19-Erkrankung in ein Akutspital verlegt und, falls ja, ob sie oder er dort auch auf der Intensivpflegestation und u.U. mit Beatmungsunterstützung behandelt werden möchte.
    Die Heime sind gemäss § 10 Abs. 2 des Pflegegesetzes verpflichtet, beim Heimeintritt einer Bewohnerin oder eines Bewohners das Thema der Patientenverfügung zu besprechen, gegebenenfalls unter Beizug von Bezugspersonen. Das Ergebnis der Besprechung ist zu dokumentieren und zu den Akten zu nehmen. In Fällen, wo aktuelle Antworten zu den besprochenen Fragen vorliegen, kann auf die separate Erhebung des Willens der Bewohnerin oder des Bewohners im vorliegenden Zusammenhang verzichtet werden. Grundsätzlich aber soll der Wille der Bewohnerin oder des Bewohners zur Frage der Verlegung ins Spital bei COVID-19-Erkrankung zeitnah festgestellt werden, bei Urteilsunfähigkeit durch Rücksprache mit ihrer oder seiner gesetzlichen Vertretung. Als Anhang zur vorliegenden Fassung der Anordnungen und Empfehlungen haben wir ein entsprechendes Frageblatt entwickelt.
    Wir sind uns bewusst, dass die Erhebung des Willens aller Heimbewohnerinnen und Heimbewohner für die Heime bzw. die beizuziehenden Heimärzt/-innen und Hausärzt/-innen mit einem grossen Aufwand verbunden ist. Im Sinne einer möglichst guten Vorbereitung des gesamten Gesundheitssystems auf den zu erwartenden Ansturm von COVID-19-Patient/-innen auf die Spitäler ist aber auch diese Vorkehrung sinnvoll, weil sich damit unnötige Verlegungen und Behandlungen vermeiden und der Aufwand von Akutspitälern vermindern lassen. Wir zählen darauf, dass die Heime dieser Empfehlung nachleben. Damit kann eine entsprechende Verpflichtung der Heime vermieden werden.
  3. Schliesslich werden die Heime verpflichtet, Todesfälle von an COVID-19 erkrankten Heimbewohnerinnen dem BAG und dem Kantonsärztlichen Dienst zu melden.

Wir sind uns bewusst, dass alle Institutionen des Gesundheitswesens durch die Pandemie bis an die Grenzen, teils über die Grenzen belastet werden. Wir danken Ihnen für Ihren grossen Einsatz.

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