News

22.05.2017

Medienmitteilung – «Damit ist niemandem gedient!»

Seit Ende April erschienen in der Sonntagspresse Beiträge, die sich kritisch mit der Arbeit in Schweizer Alters- und Pflegeheimen auseinandersetzen. Sie stellen den Pflegealltag völlig verzerrt dar. Es wird der Eindruck erweckt, Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen würden systematisch vernachlässigt und gequält. Curaviva Kanton Zürich verwahrt sich in aller Form gegen solche Behauptungen.

Zum Artikel im Sonntagsblick vom 30. April hat bereits Curaviva Schweiz Stellung bezogen. Der schweizerische Dachverband der Heime und Institutionen in der Langzeitpflege monierte in seiner Stellungnahme nicht nur die in wichtigen Punkten mangelhafte Recherchequalität, sondern auch mehrere sachlich unzulässige Interpretationen aus Untersuchungen und Studien. Wir verzichten deshalb darauf, uns zu diesen Aspekten nochmals zu äussern.

Unerhörte Vorwürfe

Der Beitrag «Das Elend in den Altersheimen» (NZZaS, 7. Mai 2017) doppelt nach. Gestützt auf ein paar wenige, auf deren Wahrheitsgehalt nicht erkennbar überprüfte Einzelfälle schliessen die Autoren des Beitrags auf Missstände, die in einer ganzen Branche verbreitet seien. Sie unterstellen perfide Motive und behaupten, die Wehrlosigkeit von Menschen mit demenziellen Symptomen würde systematisch ausgenützt, um den wirtschaftlichen Erfolg von Pflegeheimen zu steigern. «Zehntausende» würden ruhiggestellt. Menschen mit Medikamenten «ausser Gefecht gesetzt», heisst es da. Zudem wird der Anschein erweckt, bei Mitarbeitenden in Pflegeheimen herrsche ein repressives Klima. Das sind unerhörte Vorwürfe. Curaviva Kanton Zürich verwahrt sich mit Nachdruck gegen derartige verallgemeinernde Darstellungen und haltlose Behauptungen.

Das Wohl der Menschen steht im Zentrum

Die Lebensqualität der anvertrauten Menschen ganzheitlich und umfassend zu erhalten und die Qualität der Leistungen auf einem hohen Niveau sicher zu stellen, gehören zu den Zielen von Curaviva Kanton Zürich und ihrer Mitglieder. Selbstverständlich müssen diese Leistungen wirtschaftlich erbracht werden. Das liegt nicht zuletzt auch im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner selbst. Und ebenso selbstverständlich kann niemand Fehlleistungen von Mitarbeitenden oder Kaderpersonen gänzlich ausschliessen.
Von der Anforderung an eine wirtschaftliche Leistungserbringung auf eine primär renditegetriebene Betriebsführung zu schliessen, ist aber unzulässig. Und von einem allfälligen Ungenügen Einzelner auf das Versagen einer ganzen Berufsgruppe zu schliessen, ist ein Affront für alle jene, die sich Tag für Tag engagiert, mit grossem Verantwortungsbewusstsein und hohem Berufsethos für das Wohl von pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern einsetzen.

Hinterfragen ist legitim

Die Branche erfasst und kontrolliert die Dienstleistungsqualität durch Qualitätsreporting und Auditierung. Im Kanton Zürich überprüfen zudem die Bezirksräte regelmässig die Qualität der Alters- und Pflegeheime. Es ist legitim, Missstände aufzudecken und öffentlich zu benennen. Das gehört zu den Aufgaben der Medien. Wir sind die ersten, die allfälligen Meldungen über Missstände nachgehen, denn sie gefährden die Reputation einer auf Vertrauen bauenden Branche. Dies gesagt, sind wir jedoch der klaren Auffassung, dass eine auf Einzelfälle abgestützte, auf Skandalisierung angelegte Verallgemeinerung niemandem hilft, den Betroffenen nicht, den Mitarbeitenden nicht und schon gar nicht all jenen, die Angehörige einer Pflegeeinrichtung anvertraut haben.

Auskunftsperson für die Medien:
André Müller, Präsident Curaviva Kanton Zürich
Mail: andre.mueller@curaviva-zh.ch

Zurück
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln